Vorwort
Über die nichtangeklagten Anklagbaren
Es war vor allem das gedruckte Wort, das den Ereignissen rund um Jack Unterweger zu einer derartigen Dimension verhalf, wodurch wiederum nur das gedruckte Wort imstande ist, der Wahrheit die Ehre zu geben.

Es ist nicht nur das Leben, und es sind nicht nur seine Taten (gemeint sind jene, für die er bereits in der Vergangenheit rechtskräftig verurteilt wurde), die aus dem «Fall Jack Unterweger» ein kriminalistisches und mediales Jahrhundertereignis gemacht haben. Es sind dies besonders die gesellschaftspolitischen Strömungen, Ideale und teil-weise hinterlistigen und «brutalen» PR-Aktionen, welche in Österreich zwei Lager schufen: Das der Fans von Jack Unterweger und das der anderen. Ausgetragen wurde dieser «Glaubenskrieg» in erster Linie über die Medien, aber auch machtvoll hinter den Kulissen der Justiz.

Fast alle Meinungen zeichnen sich durch eine verblüffende Unkenntnis der wahren Sachverhalte und Hintergründe aus. Die vorhandenen Emotionen in allen Lagern, ob in den Medien, der Justiz oder der Bevölkerung, lassen eine objektive Diskussion fast unmöglich erscheinen. Dieses bewusst sachlich gehaltene Buch entstand auch wegen des enormen öffentlichen Interesses an der Person Jack Unterwegers und an den Verdächtigungen, mit denen er konfrontiert wird, und es ist auch ein Spiegel der veröffentlichten, oftmals manipulierten Meinungen.

Nicht nur wegen dem strengen österreichischen Mediengesetz, das die Unschuldsvermutung bis zur rechtskräftigen Verurteilung fordert, oder wegen drohender Beschlagnahme und medienrechtlicher Verfolgung ist dieses Buch mit sachlichem Abstand geschrieben worden. Gerade in der Causa Jack Unterweger ist Sachinformation und kühle Recherche angesagt.

Fast zwei Jahre lang hat ein erfahrenes Team von Journalisten so ziemlich alles im Fall Unterweger recherchiert, was zu recherchieren war. Das Ergebnis dieser Faktensammlung wird hier nicht im Boulevardstil, sondern auf eine Art und Weise wiedergegeben, durch die sich der Leser selbst seine Meinung bilden kann und soll.

Lesen Sie mehr in «Wenn der Achter im Zenit steht...»
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Klappentext
Zwischen Oktober 1990 und Mai 1991 verschwinden sieben Prostituierte in Wien, Graz und Vorarlberg spurlos, später werden ihre zum Teil bereits skelettierten Leichen gefunden. Was selbst für Kriminalisten zunächst wie gewöhnliche Abgängigkeitsfälle bzw. Gewalttaten im Rotlicht-Milieu aussieht, stellt sich in der Folge als Handschrift eines möglicherweise psychisch kranken Einzeltäters dar.

Als sich für die ermittelnden Behörden aufgrund massiver Hinweise ein dringender Tatverdacht gegen den bedingt entlassenen Mörder und prominenten Schriftsteller Jack Unterweger ergibt, gelingt es diesem, dem bereits erlassenen Haftbefehl zuvorzukommen und sich mit seiner Verlobten Bianca Mrak nach Miami abzusetzen.

Trotz der wenig später verhängten Informationssperre setzt daraufhin eine bis dato in der Kriminalgeschichte der Zweiten Republik noch nicht dagewesene Berichterstattung ein. Der knapp zwei Jahre nach seiner Entlassung beinahe wieder in der Versenkung verschwundene, in den 80er Jahren zum Paradebeispiel einer gelungen Resozialisierung hochstilisierte Schriftsteller liefert plötzlich reißerische und phantasievolle Schlagzeilen und spaltet Österreich in zwei Lager: Ist jemand bereits schuldig, nur weil er einmal wegen Mordes verurteilt wurde? Viele Menschen stellen sich diese Frage. Denn geschickt schaffte es Unterweger, sich als zu Unrecht von der Polizei verfolgtes «Opferlamm» darzustellen.

Aber es taucht auch die Frage auf, warum - trotz massiver Hinweise auf die latente Gewalttätigkeit Unterwegers - dieser ohne die sonst üblichen Kontrollmaßnahmen für eine bedingte Entlassung auf freien Fuß gesetzt wurde? Wie konnte es kommen, dass etwa der Staatsanwalt ohne vorherige Befragung seiner Vorgesetzten auf ein Rechtsmittel verzichtete?